Alditüte, 2018, 58 x 26 x 7 cm


Telefon, 2017, 42 x 37 x 5 cm


Sicherungskasten, 2018, 43,5 x 23,5 x 9 cm

1.9.–13.10.2019

Sonntag 14-18 Uhr

Marion Eichmann

TO AND FRO. Papierarbeiten

Marion Eichmanns Arbeiten sind Passagen zu ihrer intensiven Welterkundung. Die krude Wirklichkeit ist Anlass und Springquell ihrer Bilder. Für die immer vertrackte Umsetzung des Wahrgenommenen hat sie ein komplexes Verfahren entwickelt, das Zeichnung, Schnitt, Collage und die Räumlichkeit des Reliefs zusammenbringt. Obsessiv und genau nähert sich Marion Eichmann ihrem Gegenstand. Dabei wird die Überfülle des Sichtbaren in detailreiches, filigranes, dynamisches Liniengerüst übersetzt und mit collagierten farbigen Elementen, mit Schnitten, Überlagerungen, Fundstücken akzentuiert oder konterkariert zu einen im Wortsinne vielschichtigen Seherlebnis. Die Fläche öffnet sich zum Raum, die räumlichen Details verweben sich mit der Fläche, eins ist im Anderen, ist eine Bühne für die unausschöpfliche Fülle der Dinge, für ihr merkwürdiges Eigenleben und ihre Vitalität. Konstruktion und Intuition, Opulenz und Strenge, Chaos und Ordnung spielen in den Papierschnitten leichtfüßig ineinander. Die urbane Ikonographie, ihre Banalität und Schönheit wird in den Berliner Fassaden, den Automaten, den merkwürdigen visuellen Fundstücken  übertragen in Strukturen die in der Zeichnung, im Einsatz der farbigen Papiere, in ihrer rhythmischen  Komposition den Sound der Stadt in ein oszillierendes, turbulentes  Gefüge bringen – gerade durch ihr präzises zeichnerisches Gerüst hindurch: Ein irritierendes Spiel mit der Wahrnehmung – und ihren Grenzen. Souverän balanciert Marion Eichmann in ihren Arbeiten Reduktion und Fülle, ein Neben- und Miteinander, Unüberschaubarkeit und Begrenzung, Außen und Innen, die genaueste Aufnahme des Gesehenen und die Transformation in ein poetisches, persönliches Universum. In aller Gegenwärtigkeit werden die Collagen zu Wahrnehmungsmodellen, die in ihrer bewegenden und beweglichen Struktur die nicht zähmbare Potentialität des Sichtbaren verwandelnd erspielen. Alles spielt mit in diesen pulsierenden Rissen, kein Detail der städtischen Szenerie ist zu gering, um nicht seine Stimme in das Konzert einzubringen. Mit Neugier und Phantasie zeichnet und schneidet Marion Eichmann an der Welt des Sichtbaren entlang und jede ihrer Arbeiten ist die Einladung in einen Bildraum, in dem das älteste und andauerndste Glücksfluidum fließt: Aufmerksamkeit.

Dorothée Bauerle-Willert


Farbklang, 2018, 32,x,42 cm

Marion Eichmann

1994 geboren in Essen

1994–1995 Universität der Künste UDK Berlin, Bildende Kunst

1996 Deutsche Oper Berlin, Assistenz Bühnenbild

1996–2002 Kunsthochschule Berlin Weißensee

seit 1997 Dozententätigkeiten

2002 Diplom ›16324800 Maschen, eine Raumcollage‹
Kunsthochschule Berlin Weißensee

2003 Meisterschülerin, Prof. Gotenbach
Kunsthochschule Berlin Weißensee
›Ping Pong, eine Raumcollage‹

lebt und arbeitet in Berlin

www.marioneichmann.com

 

Auszeichnungen und Stipendien

2002 NaFög-Stipendium zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses 2003/2004

2002 Mart Stam Förderpreis 2003

2003–2004 Stipendium des DAAD

2014 Arbeits-Stipendium Schloss Mochental

2014 Franz-Joseph-Spiegler-Preis

2017 BERLIN HYP ART AWARD

 

Auslandsaufenthalte

1986 Einjährige Studienreise durch Asien

1989 Einjährige Studienreise durch Afrika

2003–2004 Tokyo

2005 New York

2009 Istanbul


Babylon, 2018, 126 x 186 cm

Einzelausstellungen

(Auswahl ab 2010)

2018/19
Halb 2 – Galerie Tammen & Partner, Berlin

2018
Hyp Preis 2017 Lichter – Hyp AG, Berlin
Cuts – Galerie Anja Knoess, Köln
Points – Burg Kniphausen, Wilhelmshaven

2017
Laundromat – Haus am Lützowplatz / IG Metall-Haus, Berlin
Rot Gelb Blau – Galerie Tammen & Partner , Berlin
Manythings – Essenheimer Kunstverein, Mainz
Point of View – Marburger Kunstverein, Marburg
Levels – Galerie Tobias Schrade, Ulm

2016
Next Step – Städtische Galerie, Lahr
Retrospektive – Gehag Forum, Berlin
Neue Arbeiten – Galerie Tammen & Partner, Berlin

2015
NY – Tokyo – Istanbul: Hessisches Landesmuseum & Schader Stiftung, Darmstadt
Neue Arbeiten – DavisKlemmGallery, Wiesbaden
Collagen – Galerie Rigassi, Bern, Schweiz

2014
Mit Schere und Papier – Schloss Mochental, Galerie Schrade
Look Twice – Galerie Schrade, Karlsruhe

2013
Zeichnung / Collage – Galerie Tammen & Partner, Berlin
Installation – Altes Pumpwerk Neckarau, Mannheim

2012
Zeichnung Installation Collage – Galerie Tammen & Partner, Berlin

2011
Collagen – Gehag Forum, Berlin
NY Lines – Galerie Geiger, Konstanz
Look Twice – Kunstverein Bretten

2010
Auf Weiss – Städtische Galerie Lahr
NY Goes Istanbul – Galerie Geiger, Konstanz


Passage, 2018, 126 x 184 cm